Die Wirkung medizinischer Cannabisblüten ergibt sich aus dem Zusammenspiel mehrerer Inhaltsstoffe, allen voran der Cannabinoide THC (Tetrahydrocannabinol) und CBD (Cannabidiol). Während THC für die primär psychoaktive Wirkung bekannt ist, wird CBD häufig eine eher ausgleichende, potenziell entspannende Wirkung zugeschrieben. Je nach Verhältnis dieser beiden Hauptwirkstoffe kann eine Sorte belebender, beruhigender oder eher ausbalanciert wirken.
Ein weiterer wichtiger Einflussfaktor sind die in der Pflanze enthaltenen Terpene – aromatische Verbindungen, die nicht nur den Duft bestimmen, sondern auch die Wirkung mitprägen können. So wird beispielsweise Limonen mit stimmungsaufhellenden Eigenschaften assoziiert, während Myrcen eine eher körperlich entspannende Wirkung zugeschrieben wird. Dieses Zusammenspiel aus Cannabinoiden und Terpenen wird oft als „Entourage-Effekt“ bezeichnet.
Auch äußere Faktoren wie Lagerung, Verarbeitung und Bestrahlung können eine Rolle spielen. Eine sachgerechte Trocknung und Lagerung – etwa dunkel und luftdicht – trägt zur Stabilität von Wirkstoffen und Aroma bei. Bei längerer oder unsachgemäßer Lagerung kann sich das Profil einer Blüte verändern, was sich wiederum auf Verträglichkeit und Wirkung auswirken kann. Zudem kann bei unsachgemäßer Lagerung Schimmel entstehen, da es sich bei Cannabisblüten um Naturprodukte handelt.
Schließlich ist auch die individuelle Reaktion entscheidend: Körpergewicht, Stoffwechsel, Tagesform, individuelle Toleranz oder bestehende Medikation beeinflussen, wie eine Sorte wahrgenommen wird. Auch die Art der Anwendung – ob z. B. per Vaporizer oder als Extrakt – kann den Wirkungseintritt und die Dauer verändern. Deshalb ist eine ärztlich begleitete Anpassung besonders wichtig, um die richtige Sorte und Dosierung zu finden.